• Projekt
    Gondwana - Antarktis

  • Architekt
    Büro Steinbacher + Steinbacher, Thalgau

  • Bauherr
    BGR Hannover

  • Produkt
    70,1 m² Kassetten; 64,55 m² Domitec

  • Verarbeiter
    Schlosserei Koll, Marktschellenberg

DOMICO liefert bis in die Antarktis – Forschungsstation Gondwana

Das Umwelttechnikbüro, die Steinbacher+ Steinbacher Ziviltechniker GmbH mit Standort in Thalgau, den Auftrag zur Sanierung der deutschen Geo-Forschungsstation der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Gondwana in der Antarktis.
Die Forschungsstation wird von der BGR Hannover betrieben und ist auf Schwerpunkt Forschung im Bereich Geologie ausgerichtet. Die Firma Koll erhielt den Sub-Auftrag für die Fertigung und den Zwischenaufbau der Forschungsstation in der Antarktis. Die Bauarbeiten umfassten die Erweiterung eines Forschungs- und Technikgebäudes, eine thermische Sanierung sowie eine technische Erweiterung die nun auf dem neuesten Stand ist.
Koll ist ein Schlossereibetrieb mit ca. 5 Mitarbeitern. Tätig im Bereich leichter Stahlbau sowie Schlossereiarbeiten bis hin zur Kunstschlosserei.

„Für die Überdachung kam nur eine Firma in Frage, mit DOMICO haben wir einen verlässlichen Partner gefunden, den es braucht um erfolgreich ein Projekt unter extremen Bedingungen am Südpol zu realisieren“, sagt Geschäftsführer Josef Koll.

Koll war mit der Bodenverankerung und der Fundamentierung beauftragt, mit dem Stahlbau und teilweise mit Betonarbeiten. Ebenso mit dem Fassadenbau mit Sandwichprofilen, Dachaufbau und der Eindeckung: DOMICO lieferte die Kassettentragschale, die Halteprofile und eine Domitec Dacheindeckung, sowie die umlaufenden Einfassungen und gekanteten Abschlussverblechungen plus einer PV Anlage.

Nicht nur eine penibel genaue Vorbereitung sondern auch der hohe Vorfertigungsgrat der Produkte war von größter Bedeutung.

Die Lieferung ging im September 2015 nach Marktschellenberg. Sämtliche Bauteile und Materialien und Werkzeuge mit z.T. schwerem Gerät wurden in Schiffscontainer verladen und verschifft.

„Der wichtigste Part ist eine genaue Vorbereitung und Materialzusammenstellung, wenn ein Teil fehlt dann steht alles“, so Hr. Koll.

Mit insgesamt 10 Containern (20 Fuß) und einem „Paket“ Stückgut á 8 Tonnen legte das Frachtschiff Mitte Oktober vom Hafen in Ravinia (Italien) ab. Die Fahrzeit für das Frachtschiff betrug 2 Monate!

Wesentlich kürzer, aber auch noch mit sehr langen 16 Tagen Anreise startete das Bau- und Forschungsteam am 10. Dezember 2015. Es ging per Flugzeug nach Neuseelang, die Weiterfahrt mit dem Schiff, vorbei an riesigen Eisbergen und Eisschollen, war sehr beeindruckend.

In der Antarktis angekommen, wurden die Schlafzelte aufgeschlagen, in denen die nächsten knapp 3 Monaten genächtigt wurde.

Jahreszeit war Frühjahr und Sommer, bei Temperaturen um ca. +5° auf -10° (teilweise bis zu -17°), durchgehendes Tageslicht und nur leichte Dämmerung in den Nachtstunden. Somit war die Montage von 12 Stunden und mehr pro Tag möglich.

Fazit und Erfahrung:

– Begleitet von starken und schnellen Wetterwechseln, incl. einzelnen Schneestürmen

– Sicherung der Bauteile war sehr wichtig (oft Sturm und Neuschnee über Nacht)

– Große Anforderungen an die Verankerung der Gebäude

– Alle Fugen des Dachprofils wurden wegen Flugschnee verschlossen

– Montage des Daches funktionierte reibungslos

– Das Dach wurde mit einer PV Anlage ausgelegt

 

Das DOMICO Dach wird extrem hohen Windlasten ausgesetzt. Herr Dipl.-Ing. Thomas Kuhl berechnete dazu statische Erfordernisse. Die Windlast entspricht einem 40 m hohen Gebäude in der Windzone 4 auf einer Nordseeinsel (1,93 kN/m²). Der Lastansatz für die Bemessung, liegt noch einmal 177 % darüber (3,41 kN/m²). Die Dachkonstruktion ist somit auf die höchste je gemessene Windgeschwindigkeit (178km/h) am Südpol ausgelegt. Daher wurden spezielle Blechdicken erforderlich.