Wohnhausanlage Benzenauerstraße
Das Projekt umfasst die energetische und gestalterische Sanierung einer Wohnanlage aus den 1970er-Jahren.
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Projekt
Wohnhausanlage Benzenauerstraße -
Architekt
wagner architekten -
Bauherr
Gemeinnützige Baugenossenschaft Kaufbeuren eG -
Produkt
Planum-Fassade 1.100 m², RAL 9018 -
Verarbeiter
Friedrich Burk GmbH + Co. KG -
Fotos
Alexander Bernhard
Während noch die Fassadensanierungsarbeiten am Nachbaranwesen Merowinger- vormals Hans-Seibold- Straße 14-22 – ebenfalls mit DOMICO Planum – in Ausführung waren, entschied die Bauherrschaft, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der hohen Gestaltqualität der hier entstehenden Metallfassade, unmittelbar im Anschluss daran auch die gegenüberliegende Wohnanlage Benzenauerstraße 38 entsprechend zu überarbeiten.
Dieses Gebäude war ebenfalls Anfang der 1970er Jahre errichtet worden und litt daher unter vergleichbaren optischen und energetischen Altersproblemen wie die Wohnanlage Merowingerstraße 14-22. So galt es hier ebenfalls, die bestehende asbesthaltige Faserzementplatten-Fassade zu entfernen, sämtliche Balkone einer Betonsanierung zu unterziehen und die gesamte Dachfläche zu überarbeiten. Da das Gebäude gleichsam im Fokuspunkt der konkaven Seite der gebogenen Baukörperreihe des Anwesens Merowingerstraße 14-22 gegenübersteht, sollten an Stelle der vormaligen gestalterischen Beliebigkeit die beiden Baukörper durch die Neufassung der Fassaden in einen optischen Dialog treten.
So wurde als verbindendes Element vom Nachbaranwesen die Akzentuierung mit zwei Bronzefarbtönen unterschiedlicher Helligkeitsstufen übernommen, während die Planum-Fassadenelemente statt des dort verwendeten Standardfarbtons RAL 9010 ‚Reinweiß‘ hier den leicht abgetönten Sonderfarbton RAL 9018 ‚Papyrusweiß‘ erhielten. Mit großem Engagement seitens des Verarbeiters, Fa. Friedrich Burk GmbH + Co. KG, Ravensburg, als auch der Fa. DOMICO konnten auftretende Fragen zu Detaillösungen wie auch zu Plattenformaten zeitnah geklärt und das Fassadenkonzept ohne jedwede gestalterischen Kompromisse umgesetzt werden.
Die Einzelfenster sind mit tiefer im Fassadenaufbau angeordneten Aluverbundplatten-Verkofferungen – auf der Eingangsseite rhythmisch wechselnden – zu Zweiergruppen gefasst, wodurch die strenge Fassadengeometrie aufgebrochen wird.
Durch den sich je nach Tageslichtverhältnissen von einem zurückhaltenden Grau-Grün bei bedecktem Himmel bis hin zu einem feinen Hellblau-Ton im Sonnenschein verändernden Planum-Farbton im Zusammenspiel mit dem sich im Laufe des Sonnenstandes verwandelnden Schattenspiel der Tiefenstaffelung im Fassadenrelief und den Glanzreflexionen der Bronzeflächen wird dem Gebäude eine erfrischende Lebendigkeit gegeben.
Der mit dieser fein differenzierten gestalterischen Entsprechung entstandene optische Dialog dieser beiden Baukörper erzielt eine Außenwirkung über die jeweilige Anmutung der einzelnen Gebäude hinaus, die in zeitgemäßer Eleganz auf das umgebende Quartier ausstrahlt.