WAREMA Renkhoff SE – Logistikgebäude und Stofflager
WAREMA nutzte das Projekt, um Nachhaltigkeit sichtbar zu machen und gleichzeitig höchste Qualitätsansprüche zu unterstreichen. Die DOMICO-Planum-Fassade war dafür die perfekte Wahl und prägt dieses Bauvorhaben.
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Projekt
WAREMA Renkhoff SE – Logistikgebäude und Stofflager -
Architekt
Geisendörfer Architekten
Jens-Christopher Geisendörfer, Dipl.-Ing. Architekt -
Bauherr
WAREMA Renkhoff SE -
Produkt
3.100 m² Planum-Fassade, RAL 9006, RAL 7021
3.600 m² Kassetten -
Verarbeiter
Hausemann GmbH -
Fotos
Photography Eduardo Perez
Die Firma WAREMA Renkhoff SE zählt zu den europäischen Marktführern für innen- und außenliegenden Sonnenschutz sowie Steuerungssysteme. 1955 in Marktheidenfeld gegründet, hat das familiengeführte Unternehmen heute ca. 4.500 Mitarbeitende mit Standorten im In- und Ausland. Die WAREMA Group ist zudem Experte in der Sparte Kunststoff und Engineering und entwickelt Produkte für die Bereiche Automotive, Industrie und Medizintechnik.
Historisch gewachsen liegt das Stammwerk von WAREMA seit 1961 an der viel frequentierten Umgehungsstraße „Äußerer Ring“ am Stadtrand von Marktheidenfeld. Dort werden vor allem Rollläden und Markisen produziert. Mit einem der letzten Bausteine der Werks-Modernisierung war es durch den 2023 errichteten Neubau möglich, sowohl den externen und internen Verkehr als auch den Warenfluss neu zu organisieren. Um für die neue Schnittstelle Platz zu schaffen, mussten am Äußeren Ring einige Gebäude aus den 60-er und 80-er Jahren weichen.
Der neue Logistik-Komplex mit über 8.000 m² Nutzfläche, aus dem nahezu alle Waren in die Produktionsgebäude des Stammwerks verteilt werden, wird über eine straßenseitige Anlieferhalle erschlossen. Im Gebäude befindet sich nach dem Wareneingang unter anderem ein Schieberegallager auf ca. 1.700 m² mit über 5.000 Palettenstellplätzen und eine Empore mit ca. 1.400 m² für Kommissionierarbeiten. Als ein eigenständiges Bauteil ist ein vollautomatisches Lager für über 10.000 Stoffballen angeschlossen, welches mit einer Förderbrücke direkt mit der Markisenproduktion verbunden ist.
Die Baukörper des Logistikgebäudes und des Stofflagers bilden an der zur Stadt zugewandten Seite die prominenteste Ecke des Werksgeländes aus. Mit der Gliederung und Übernahme der Höhen und Proportionen der einzelnen Gebäudeteile reagiert der Entwurf auf den Bestand der direkt anschließenden Bürobauten und das städtebauliche Umfeld. Ein vom Hauptbaukörper abgestaffelter Erschließungsbau der Anlieferhalle am Äußeren Ring definiert die Blockkante und übernimmt gleichzeitig die Funktion einer Schleuse, welche die Tätigkeiten auf dem Werksgelände abschirmt. Wegen der Platzierung der nahezu öffnungslosen Industriebauten in Verlängerung der bestehenden WAREMA-Bürogebäude als auch der Prägnanz und Sichtbarkeit parallel zum öffentlichen Straßenraum, war von Beginn an klar, dass der Gestaltung der Fassaden besondere Aufmerksamkeit zukommen musste.
WAREMA wollte die Chance nutzen sich der Öffentlichkeit zu präsentieren und ein positives Statement in Bezug auf Nachhaltigkeit zu setzen. Zudem sollten die Gebäude auch durch ihre Materialität den Anspruch in Bezug auf besondere Qualität von WAREMA widerspiegeln.
Die DOMICO-Planum-Fassade erfüllt diese Anforderungen und wird nun schon seit über 20 Jahren von uns bei vielen WAREMA-Bauvorhaben und im Stammwerk zuletzt 2012 beim Bürogebäude am Äußeren Ring eingesetzt.
In Kombination mit der Kassettenwand ist es möglich mit DOMICO-Planum ästhetische Metallfassaden zu gestalten, die auch den wichtigen Vorgaben des Brand-, Schall- und Wärmeschutzes entsprechen. An den Hauptgebäuden wurde die DOMICO Planum-Fassade in RAL 9006 horizontal verlegt und im Attikabereich, gemäß dem Corporate Design von WAREMA, umlaufend mit dem firmeneigenen Rotton akzentuiert.
Neben einer kompletten Photovoltaiknutzung auf den Dächern der neuen Gebäude, wurde am Stofflager an der Hauptfassade zur Straße eine vertikale PV-Anlage installiert, die mit einem anthrazitfarbenen Portalrahmen zur hellen DOMICO-Fassade eingefasst ist. Damit direkt an der Straße eine lebhafte und abwechslungsreiche Fassade entsteht, wurde die Anlieferhalle vor dem Hauptgebäude des Wareneingangs mit anthrazitfarbenen senkrechten DOMICO-Paneelen alternierend in matt und glänzend nach Verlegeplan hergestellt. Als weiteres Highlight ist in die DOMICO-Fassade eine zu der dunklen Beschichtung schön kontrastierende Fassadenbegrünung der Firma Helix Pflanzensysteme integriert worden. Die aufwendig begrünte Böschung vor dem Gebäude wird optisch in der Fassade weitergeführt und betont den für WAREMA wichtigen nachhaltigen Ansatz.
Die Fassadenbegrünung reduziert die sommerliche Aufheizung im städtischen Raum und bietet auch zusätzlichen Lebensraum sowie Nahrungsquelle für Insekten.
Die Beheizung und Kühlung des Gesamtkomplexes erfolgt ausschließlich über Luft-Wärme-Pumpen. Zudem wird ein signifikanter Teil der elektrischen Energie durch die großflächigen PV-Anlagen auf den Dächern und an der Fassade abgedeckt. Von 2021 bis 2024 wurden durch Nachhaltigkeitsmaßnahmen von WAREMA 85.000 Tonnen CO2 eingespart, da unter anderem mit den firmeneigenen PV-Anlagen seit 2025 jährlich ca. 2,6GWh Solarstrom produziert werden. Im Zusammenspiel mit der optimierten Wärmedämmung sowohl der Fassaden als auch der Dächer und der mit Blower-Door-Test nachgewiesenen Luftdichtigkeit ist der gesamte Gebäudekomplex 2023 nach dem KfW-55 Standard errichtet und zertifiziert worden.